FLEISCHZIEGENRASSEN
Auf dieser Seite finden Sie die vom Bundesverband der Ziegenzüchter e.V. veröffentlichten Rassebeschreibungen.
Die Zuchtbuchordnung des Hessischen Ziegenzuchtverbandes e.V. beruft sich in ihren Anforderungen an die einzelnen Ziegenrassen auf die Rassebeschreibungen des BDZ. Zum Ende des Jahres 2018 werden neue Rassebeschreibungen ausgearbeitet und verabschiedet sein. Sie ersetzen dann die alten, hier noch abgedruckten. Die Ziegenrassen sind nach ihrer Nutzungsart unterteilt.
Fett geschriebene Ziegenrassen werden von den Mitgliedern der Vereinigung der Ziegenhalter und Ziegenzüchter für Wetterau und Umgebung züchterisch bearbeitet. Sie können in Rücksprache mit dem Vorstand Adressen der Züchter erhalten.
Burenziege
Herkunft:
Die Burenziege wurde in Südafrika aus vorhandenen Ziegenschlägen herausgezüchtet. Aus Namibia und Südafrika wurde eine kleine Zahl von lebenden Tieren und Sperma importiert. In Deutschland wurde / wird sie im Rahmen der Verdrängungskreuzung zum Aufbau der Fleischziegenzucht eingesetzt.
Beschreibung:
Die Burenziegen sind große Fleischziegen mit langem Rumpf, breiten, fleischigen Schultern, gut entwickelter tiefer, breiter Brust, breitem geraden Rücken, ausgeprägter Rippenwölbung und muskulösen, langen Beinen. Sie sind kurzhaarig, haben eine weiße Grundfarbe mit teilweise rotem, ramsnasigem Kopf und rote Flecken an Hals, Brust und Bauch. Es ist auch ein einfarbig brauner Farbschlag zugelassen. Sie sind in der Regel gehörnt und haben Hängeohren. Als Burenziegen werden Fleischziegen mit mehr als 87,5 % Burenanteil anerkannt.
Maße und Gewichte:
Ziegen:
Widerristhöhe: 80 – 90 cm; Gewicht: 70 – 75 kg
Böcke:
Widerristhöhe: ca. 100 cm; Gewicht: ca. 100 kg
Leistung:
Die Burenziege hat eine lange Brunstsaison. Eine dreimalige Ablammung in zwei Jahren ist möglich und wird vereinzelt erreicht. Die volle Bemuskelung an Keule, Rücken, Schulter und Brust zeigt sich besonders bei den Lämmern. Schmackhaftes, zartes Fleisch. Die Burenziegen sind wegen ihres ruhigen Temperamentes problemlos mit anderen Tieren (Schafen, Pferden, Kühen) zu halten und eignen sich in der Landschaftspflege zur Bekämpfung der Verbuschung.
- mindestens eine Ablammung pro Jahr
- 1,8 geborene Lämmer pro Lammung
- gute Muttereigenschaften einschließlich Milchleistung
- ruhiges Temperament
- tägliche Zunahme der Lämmer von 200 bis 250 g.
Zuchtziel:
Gewünscht wird eine voll bemuskelte, kräftige, breite und tiefe Ziege mit langem, breit angelegtem und nicht zu stark abfallenden Becken. Eine korrekte Beinstellung mit fester, nicht zu langer Fesselung ist für eine gute Marschfähigkeit wichtig. Eine gute Ausbildung des Euters mit nicht zu dicken Strichen ist erforderlich, um problemlose Lämmeraufzucht zu gewährleisten.
Zur Herdbucheintragung gelten Ziegen mit mindestens 87,5 % Burenanteil als reinrassig. Der jeweilige Blutanteil ist bei Zuchttieren anzugeben.
Pfauenziege
Herkunft:
Die Rasse war Anfang des 20. Jahrhunderts in Graubünden und im Tessin weit verbreitet. Nachdem sie bei der Rassenbereinigung für Ziegen in der Schweiz 1938 nicht offiziell anerkannt wurde, ging ihr Bestand stark zurück. In Deutschland nur vereinzelt anzutreffen.
Beschreibung:
Großrahmige, eher schwere Ziege mit kurzem bis mittellangem, nicht glattem Haarkleid. Behornt. Die vordere Körperhälfte ist überwiegend weiß mit schwarzen Stiefeln. Von den schwarzen Ohrinnenseiten reichen zwei schwarze Bänder seitlich des Kopfes über die Augen bis zum ebenfalls schwarzen Maul. Die hintere Körperhälfte ist überwiegend schwarz mit weißen Oberschenkeln, einem weißen Flankenfleck und weißem Schwanz.
Maße und Gewichte:
Ziegen:
Widerristhöhe: 70 – 80 cm; Gewicht: 55 – 75 kg
Böcke:
Widerristhöhe: 80 – 90 cm; Gewicht: 70 – 100 kg
Leistung und Leistungsprüfung:
Pfauenziegen werden auf Grund ihrer guten Mastfähigkeit als Fleischziegen im Herdbuch geführt. Für die Fleischleistungsprüfung werden das Geburtsgewicht sowie das Gewicht am 42. und 100. Lebenstag durch Wiegen ermittelt und daraus die täglichen Zunahmen bis zum 42. bzw. 100. Lebenstag berechnet.
Da die Rasse in ihren Ursprungsgebieten auch als Milchrasse gehalten wird und um diese Nutzungsrichtung nicht völlig zu verdrängen, ist die zusätzliche Durchführung der Milchleistungsprüfung möglich.
Die Exterieurbeurteilung der weiblichen Tiere erfolgt für die Merkmale Typ, Form, Euter und Bemuskelung. Die Exterieurbeurteilung der männlichen Tiere erfolgt für die Merkmale Typ, Form und Bemuskelung.
Zuchtziel:
Zuchtziel ist eine großrahmige Ziege mit guter Mastleistung und rassetypischer Zeichnung.
Walliser Schwarzhalsziege
Herkunft:
Die Rasse stammt aus dem Unter- und später auch aus dem Oberwallis in der Schweiz. Die als "Gletschergeiß" bezeichnete Ziege war lange Zeit die zahlenmäßig kleinste Rasse in der Schweiz. In Deutschland wird sie seit Anfang der 80er Jahre gehalten.
Beschreibung:
Die Walliser Schwarzhalsziege ist eine mittelgroße, kräftige Hochgebirgsrasse mit geradem Rücken, breiter Lende und muskulösen Schenkeln. Behornt. Langhaarig. Vordere Körperhälfte schwarz, hintere weiß mit einer scharfen Trennungslinie, die hinter den Schultern den Körper umläuft.
Maße und Gewichte:
Ziegen:
Widerristhöhe: 70 – 80 cm; Gewicht: 45 – 60 kg
Böcke:
Widerristhöhe: 75 – 85 cm; Gewicht: 65 – 90 kg
Leistung:
- Durchschnittlich 500 kg Milch in 200 Tagen,
- mit 3,8 % Fett und 2,8 % Eiweiß (Schweizer Angaben),
- eine Ablammung pro Jahr,
- 1,5 geborene Lämmer pro Lammung.
Spätreife Gebirgsrasse von großer Genügsamkeit, die sich durch die Anpassung an Gebirgshaltung besonders zur extensiven Haltung eignet. Die Lämmer haben gute tägliche Zunahmen von etwa 200g (in den ersten zwölf Lebenswochen).
Zuchtziel:
Im Zuchtziel steht eine robuste, widerstansfähige Ziege, die sich bei knapper Futtergrundlage durch gute Zunahmen auszeichnet.
Westafrikanische Zwergziege
Herkunft:
Die Westafrikanische Zwergziege ist ursprünglich in den feuchten Regionen Westafrikas beheimatet, findet aber weite Verbreitung in Asien, Amerika und Europa.
Beschreibung:
Die Westafrikanische Zwergziege ist eine kleine Ziege mit gedrungenem Rumpf, kurzen Beinen, kurzem, breitem Kopf, aufrecht stehenden Ohren, gehörnt. Sie unterscheidet sich damit deutlich von der Ostafrikanischen Zwergziege, die eher langbeinig und schlank ist. Sie ist kurzhaarig, meist gescheckt. Sämtliche Farben sind zugelassen.
Maße und Gewichte:
Ziegen:
Widerristhöhe: 40 – 45 cm; Gewicht: 20 – 25 kg
Böcke:
Widerristhöhe: 50 cm; Gewicht: 30 kg
Leistung:
In den Ursprungsländern wird sie zur Fleischproduktion gehalten, die Milchleistung ist gering. Sie zeichnet sich durch Schnellwüchsigkeit und gute Bemuskelung aus. Die Fruchtbarkeit ist hoch, der Fortpflanzungszyklus ist asaisonal.
- Drei Lammungen in zwei Jahren,
- durchschnittlich 1,8 bis zwei Kitze/Wurf.
Zuchtziel:
Angestrebt wird eine fruchtbare und umgängliche Ziege.
